Vergiftung

Wir mussten vorübergehen mit unseren Pferden auf eine Weide umziehen. Von dieser Wiese bezogen wir schon lange unser Heu. Nun grasten die Pferde täglich dort und ich wußte, dass es Ferkelkraut gab. Da ich meinen Pferden eine Ferkelkraut-Nosode gab und immer ausreichend Heu anbot, hatten meine Pferde nun seit 6 Jahren nie ein Problem damit, dass Ferkelkraut in ihrem Heu war und dass es auf dieser Weide wuchs.

 

Unsere älteste Dame Hugmynd, nahm plötzlich ab. Wir gaben ihr aufgeweichte Heukobs und Maisflakes zusätzlich zum Essen und hofften, dass alles wieder normal wird. Eines Tages verweigerte Sie aber auch diese Futtermittel, sie fraß nichts mehr.

Einen Tag später trank sie auch nichts mehr.

Sie legte sich auf die Wiese und sah schwach und krank aus. Ihre Besitzerin, meine Tochter, war im Urlaub. Ich hoffte, dass niemand dieses dünne, ausgemergelt aussehende Pferd sah und einen Tierarzt holte. Ich wollte verstehen, was sie hat und was sie braucht. Es waren gerade Sommerferien und ich hatte fremde Kinder bei mir und den Pferden. In der Mittagspause legte ich Hugmynd, die schlapp auf der Wiese lag, die Hände auf. Hugmynd mochte das und es gluckerte in ihrem Bauch. Eines der kleinen Mädchen kam zu mir, fragte, was ich da machte und schlug vor, dass ich doch meine Hand auf Hugmynds Bauch legen sollte. Ich tat das, aber das Mädchen korrigierte so lange meine Hände, bis sie rechts unten am Bauch des Pferdes lagen. Wie ein Blitz durchfuhr es mich "die Leber".

 

Ich sagte dem Kind, dass ich noch eine Idee dazu habe, und eine Hand wegnehmen wollte, um sie zum Boden hin zu halten, damit alle Gifte aus Hugmynds Leber durch mich in den Boden abfliessen könnten. Das tat ich dann eine Stunde lang. Am Abend wieder. Zwischendurch immer mal wieder den großen Kreislauf anregen und dann wieder die Leber.

Ebenso am nächsten Tag. Hugmynd lag immer noch. Meine Tochter kam aus dem Urlaub, ein trauriges Bild bot sich ihr. Sofort half sie mit und versuchte, ob sie es nicht schaffen konnte Hugmynd auf die Beine zu stellen. Immerhin hatte sie nun zwei Tage nichts mehr getrunken. Sie schaffte es, anfangs nur kurz, dann immer länger, dass Hugmynd stand. Dann ging sie mit ihr ein paar Meter und dann immer mehr spazieren. An diesem Tag gingen sie zur Tränke aber Hugmynd wollte nichts trinken.

Am nächsten Morgen sahen wir Hugmynd trinken. wir waren so glücklich. Wieder gingen sie spazieren und dann mußte Hugmynd Wasser lassen. Anstatt Wasser kam ein glibberiges Gel heraus. Am gleichen Tag fing sie auch wieder das Essen an. Ich weiß noch wie heute, als der erste Pferdeapfel aus ihr herausplumste. Es war ein Fest, zu sehen, dass die Verdauung wieder arbeitete und Hugmynd sich erholte. Das war vor fast 3 Jahren. Heute ist Hygmind 29 und immer noch fit in der Herde unterwegs. Bis vor Kurzem war sie noch Frau-Chef in unserer Herde.

 

 

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